Beerpong Regeln: offizielles Regelwerk und gängige Hausregeln
Direkt zu den häufigen FragenZehn Becher stehen, der erste Ball fliegt - und spätestens beim letzten Becher fängt die Diskussion an. Gibt es jetzt noch einen Nachwurf? Zählt der Aufsetzer doppelt? Darf man umstellen, und wie oft? Das Problem sind nicht die fehlenden Beerpong Regeln, sondern die Menge davon: ein internationales Turnier-Regelwerk, mehrere deutsche Ligaregelwerke und in jeder WG eine eigene Variante.
Dieser Artikel trennt beides sauber. Erst der Standard, der auf so gut wie jedem Turniertisch gilt, dann die verbreiteten Hausregeln - mit dem Hinweis, wo sie sich widersprechen. Am Ende weißt du, worauf ihr euch vor dem ersten Wurf einigen solltet.
Der Aufbau: Tisch, Becher, Bälle
Beerpong wird zu zweit gegen zwei gespielt, jede Mannschaft an einer Tischseite. 1-gegen-1 geht genauso, ist aber die Ausnahme.
- Tisch - etwa 244 x 61 cm bei rund 70 cm Höhe. Das sind die 8 Fuß aus dem US-Original. Die deutschen Ligen formulieren es als Mindestmaß: mindestens 240 cm lang, mindestens 70 cm hoch. Zwei zusammengeschobene Tapeziertische tun es zu Hause auch.
- Becher - 10 pro Seite. Klassisch der rote 16-oz-Becher, also rund 473 ml, etwa 12 cm hoch bei 9,5 cm Durchmesser oben.
- Aufstellung - eine 4-3-2-1-Pyramide, die Spitze zeigt zur Tischmitte. Die hinterste Reihe steht ein bis zwei Zentimeter vom Tischrand entfernt.
- Füllung - auf Partys kommen meist zwei bis drei Bier pro Seite in die zehn Becher, also grob ein Drittel Becherhöhe. Ebenfalls verbreitet: die sechs vorderen Becher mit Bier, die vier in der hintersten Reihe mit Wasser. In den Ligen stehen rund 200 ml Wasser im Becher, getrunken wird separat.
- Bälle - zwei Tischtennisbälle, 40 mm, 2,7 g. Dazu gehört an jede Tischseite ein Becher Wasser zum Ausspülen.

Neben der klassischen 10er-Pyramide sind zwei kurze Varianten verbreitet: 6 Becher (3-2-1) und 3 Becher (2-1). Beide sind schnell durch und deshalb auf Turniertagen mit vielen Partien beliebt - an den Regeln selbst ändert sich dadurch nichts, nur die Overtime kommt früher.
Beerpong Regeln Schritt für Schritt
- Aufbauen. Beide Seiten stellen ihre Pyramide auf, Spitze zur Mitte, und füllen die Becher gleich hoch.
- Anstoß bestimmen. Auf Partys entscheiden das „die Augen": Je ein Spieler pro Team wirft gleichzeitig und schaut dem Gegner dabei in die Augen - wer trifft, beginnt. Turniere machen es nüchterner per Münzwurf oder Schere-Stein-Papier; in Endrunden darf oft das höher gesetzte Team wählen, ob es anfängt oder sich die Tischseite aussucht.
- Erste Runde verkürzen. Das startende Team wirft in der ersten Runde nur einen Ball. Sonst hätte es am Ende einen Ball Vorsprung - und erst dadurch geht die Nachwurf-Regel weiter unten sauber auf.
- Werfen. Danach hat jedes Team pro Runde zwei Würfe, jeder Spieler wirft einmal. Beide Beine bleiben hinter der Tischkante. Ob der Ellenbogen zusätzlich hinter der Kante bleiben muss, ist Auslegungssache: Die Party-Variante kennt die Ellenbogenregel, mehrere Turnierregelwerke verzichten bewusst darauf.
- Treffer werten. Ein getroffener Becher wird ausgetrunken und vom Tisch genommen. Die Lücke bleibt - nachgerückt wird nur beim Rerack.
- Balls Back. Treffen beide Spieler in derselben Runde, geht es sofort weiter. In den Turnier-Regelwerken kommt dafür genau ein Ball zurück, das Team hat also einen Bonuswurf. Auf Partys wandern meist beide Bälle zurück, und das kann sich beliebig oft wiederholen.
- Umstellen. An festgelegten Punkten dürfen die verbliebenen Becher neu angeordnet werden - dazu unten mehr.
- Letzter Becher. Fällt er, bekommt das getroffene Team seinen Nachwurf - und was dort passiert, entscheidet das Spiel.
Einen Ball aus der Luft wegzuschlagen ist in allen ernst gemeinten Regelwerken verboten. Ab wann er angefasst werden darf, ist dagegen Auslegungssache: Das WSOBP-Regelwerk erlaubt es, sobald der Ball einen Becher berührt hat - beim Aufsetzer aber ausdrücklich nicht. Mehrere deutsche Ligen verbieten jede Abwehr, auch nach Becherkontakt.
Nachwurf und Overtime - der häufigste Streitpunkt
Hier kippen die meisten Spiele in eine Diskussion, dabei ist die Logik simpel: Keine Seite soll verlieren, ohne gleich viele Bälle geworfen zu haben.
Genau dafür sorgt der Ein-Ball-Anstoß aus Schritt 3. Er verschiebt die Wurfzahlen so, dass die Seite, deren letzter Becher gerade gefallen ist, immer exakt einen Ball im Rückstand liegt - unabhängig davon, wer eröffnet hat. Deshalb gilt in den offiziellen Regelwerken ausnahmslos: Fällt der letzte Becher, bekommt das getroffene Team einen Nachwurf - je nach Regelwerk auch Redemption oder Rebuttal genannt.
Es wirft dann so lange weiter, bis es das erste Mal danebenwirft. Beim Doppel werfen die Partner abwechselnd; ein Spieler darf nicht alle Nachwürfe nehmen.
- Verfehlt es, ist das Spiel vorbei.
- Trifft es alle verbliebenen Becher, steht es gleich - und es geht in die Overtime.
Einen Sonderfall regeln die meisten Regelwerke extra: Steht am Ende ein Becher gegen einen Becher, bekommt die nachwerfende Seite so viele Würfe, wie ihr in dieser Runde noch Bälle geblieben sind.
Die Overtime läuft auf 3 Bechern pro Seite, aufgestellt als kleine Pyramide. Umgestellt wird dort nicht mehr. Wer anfängt, ist die eine Stelle, an der sich die Regelwerke unterscheiden - meistens beginnt das Team, das eigentlich schon gewonnen hatte. Und weil die Nachwurf-Regel in der Overtime weitergilt, kann sich das Ganze wiederholen, bis eine Seite sauber zumacht. Ein Endstand über der eigentlichen Becherzahl, etwa 13:10, ist deshalb kein Tippfehler, sondern eine Partie mit Verlängerung.
Rerack: wann die Becher neu aufgestellt werden
Wenn nur noch verstreute Becher stehen, wird geworfen wie auf Einzelziele. Deshalb dürfen sie an bestimmten Punkten wieder zusammengeschoben werden - das nennt sich Rerack. Umgestellt wird immer zu Beginn der eigenen Wurfrunde und nie mitten im Wurf.
Wie oft, das handhaben die Regelwerke unterschiedlich:
- Feste Schwellen: Umgestellt wird bei 6, 3 und 1 verbleibendem Becher, jeweils zurück in die enge Pyramide. So steht es im WSOBP-Regelwerk, und die deutschen Ligen halten es genauso.
- Kontingent pro Spiel: Dazu kommt fast überall eine Obergrenze - beim WSOBP zwei Reracks pro Team und Spiel. Andere Serien verzichten auf die festen Schwellen und lassen die Teams stattdessen zweimal frei wählen, wann und in welche Form sie umstellen.
- Feste Formen: Zulässig sind Pyramide, Raute und Linie - keine Fantasieanordnungen, und die Anfangsformation darf in der Länge nicht überschritten werden.
- Der letzte Becher: Steht nur noch einer, gehört er mittig an die hintere Tischkante, rund zwei Zentimeter vom Rand. Das schreiben WSOBP und die deutschen Ligen übereinstimmend vor. Ihn stattdessen nach vorne auf die Spitzenposition zu ziehen, ist eine verbreitete Hausregel - sie macht den letzten Becher spürbar leichter und kürzt zähe Endphasen ab.
Bei einem 3-Becher-Spiel wird nicht umgestellt - da geht es direkt in die Overtime.
Standard oder Hausregel?
Die kurze Übersicht für den Moment, in dem es am Tisch laut wird:
| Regel | Im Turnier | Auf der Party |
|---|---|---|
| 10 Becher, 4-3-2-1-Pyramide | Standard | Standard |
| Zwei Würfe pro Runde | Standard | Standard |
| Balls Back nach zwei Treffern | ein Ball zurück | beide Bälle zurück |
| Letzter Becher mittig an die hintere Kante | Standard | oft nach vorne gezogen |
| Nachwurf und Overtime auf 3 Becher | Standard | oft vergessen |
| Rerack an Schwellen oder mit Kontingent | Standard | frei verhandelt |
| Ellenbogen hinter der Tischkante | je nach Regelwerk | meistens ja |
| Aufsetzer zählt doppelt | nein | meistens ja |
| Blasen und Fingern | meistens verboten | verbreitet |
| Death Cup | nein | verbreitet |
| „On Fire" nach Trefferserie | nein | verbreitet |
| Trickshot mit Extra-Becher | teils, mit Zusatzstrafe | verbreitet |
Die beliebtesten Hausregeln
Die meisten davon stehen in keinem offiziellen Regelwerk - und die paar, die es in einzelne Turnierserien geschafft haben, werden dort anders gewertet als auf der Party. Sie machen das Spiel schneller und lauter und gehören genau deshalb vorher abgesprochen.
- Aufsetzer (Bounce Shot). Der Ball tippt auf dem Tisch auf, bevor er im Becher landet: zählt zwei Becher, den getroffenen plus einen nach Wahl. Der Haken: Ein aufsetzender Ball darf weggeschlagen werden. Im Turnier ist der Bounce ein ganz normaler Wurf ohne Bonus.
- Blasen und Fingern. Kreiselt der Ball noch im Becher, ohne das Bier berührt zu haben, darf er herausgeholt werden - klassisch pusten die Frauen, die Männer fingern. Die meisten Turnier-Regelwerke verbieten das; das WSOBP untersagt ausdrücklich auch das Fächern mit der Hand. Einzelne deutsche Serien erlauben das Ausblasen dagegen, solange der Ball die Flüssigkeit noch nicht berührt hat - also vorher klären.
- Death Cup. Ein getroffener Becher, der noch nicht ausgetrunken oder abgeräumt wurde und erneut getroffen wird, beendet das Spiel sofort. Sorgt zuverlässig für Tempo beim Austrinken.
- On Fire. Wer zwei- oder dreimal in Folge trifft, ist „on fire" und wirft weiter, bis er verfehlt.
- Trickshot. Wurf hinter dem Rücken, über die Schulter oder mit geschlossenen Augen. Manche Regelwerke kennen ihn sogar offiziell - dort kostet er den Gegner einen zusätzlichen Becher.
- Gleicher Becher. Landen beide Bälle einer Runde im selben Becher, wird er plus zwei weitere getrunken. Die German Series of Beer Pong führt genau das offiziell im Regelwerk. Andere Ligen räumen einen getroffenen Becher dagegen sofort ab - dort kann der Fall gar nicht erst eintreten.
- Island. Ein Becher, der frei steht und keinen anderen berührt, wird vorher angesagt. Trifft man ihn, gibt es einen Becher extra; trifft man daneben in die Traube, zählt der Treffer nicht. Auch das kennen manche deutschen Serien offiziell, dort begrenzt auf einmal pro Spieler und Spiel.
Ob ihr Bierpong nun mit oder ohne diese Zusätze spielt, ist Geschmackssache. Wichtig ist nur, dass die Absprache vor dem Anstoß steht - hinterher gewinnt sonst immer der, der am lautesten argumentiert.
Eure Regeln in der App hinterlegen
Genau an dieser Stelle setzt BeerpongMe an: Statt jede Runde neu zu verhandeln, stellt ihr die Regeln einmal ein, und die App führt euch durch alles Weitere - inklusive der Situationen, die sonst untergehen.
- Becheranzahl - 3, 6 oder 10 Becher pro Team.
- Rerack - Aus heißt: nie umstellen. Feste Schwellen stellt automatisch um, sobald noch 6 bzw. 3 Becher stehen. Freie Auswahl überlässt Zeitpunkt und Formation den Spielern, begrenzt durch die Anzahl Reracks pro Team.
- Letzter Becher nach vorne - separat schaltbar, einmal pro Aufbau und Team, und auch in der Overtime erlaubt.
- Nachwurf und Overtime laufen automatisch. Fällt der letzte Becher einer Seite, meldet die App den Nachwurf für genau diese Seite. Für die Overtime stellt sie auf beiden Seiten drei Becher an der Spitze neu auf.
- Hausregeln als Freitext - in Liga und Turnier gibt es ein eigenes Feld dafür. Da kommt rein, was die App nicht mitzählen kann: „Bounce zählt doppelt", „kein Reinlangen", „Death Cup gilt". Alle Beteiligten sehen es vor dem Match.

Wie ein Match praktisch abläuft, steht unter Fast Game starten - das ist die spontane Variante ohne Anmeldung und ohne Setup.
Für wen sich welche Fortsetzung lohnt
Dieser Artikel erklärt die Regeln, nicht die Organisation drumherum. Wenn ihr über die eine Runde hinaus seid, geht es hier weiter:
- Ihr spielt regelmäßig in derselben Runde und wollt eine Tabelle über die Saison? Dann führt der Weg zur Beerpong-Liga.
- Ihr plant ein einmaliges Event mit vielen Teams und Bracket? Das steht unter Beerpong-Turnier organisieren.
- Die halbe Runde will sich nicht registrieren? Wie Gäste und lokale Spieler trotzdem mitspielen, erklärt Beerpong ohne Account spielen.
- Dich interessiert, was aus den ganzen Würfen an Zahlen entsteht? Siehe Beerpong-Statistiken tracken.
Häufige Fragen
Wie viele Becher braucht man beim Beerpong?
Der Standard sind 10 Becher pro Team, aufgestellt als 4-3-2-1-Pyramide mit der Spitze zur Tischmitte. Für kurze Runden wird auch mit 6 oder 3 Bechern pro Seite gespielt - das ist auf Turniertagen mit vielen Partien üblich.
Wie groß ist ein offizieller Beerpong-Tisch?
Rund 244 x 61 cm bei etwa 70 cm Höhe - das entspricht dem US-Maß von 8 Fuß Länge. Deutsche Ligen schreiben Mindestmaße vor: mindestens 240 cm Länge und mindestens 70 cm Höhe. Für den Hausgebrauch reicht jeder stabile Tisch in dieser Größenordnung.
Was ist ein Nachwurf beziehungsweise Redemption?
Fällt der letzte Becher eines Teams, bekommt genau dieses Team noch einen Nachwurf: Es wirft so lange weiter, bis es das erste Mal daneben wirft, beim Doppel abwechselnd. Trifft es dabei alle verbleibenden Becher, steht es gleich und das Spiel geht in die Overtime statt verloren.
Wie läuft die Overtime beim Beerpong?
In der Overtime werden auf beiden Seiten 3 Becher als kleine Pyramide neu aufgestellt. Umgestellt wird dort nicht mehr. Wer wieder ausgleicht, erzwingt die nächste Overtime - gespielt wird, bis eine Seite den Sack zumacht.
Zählt ein Aufsetzer doppelt?
Auf Partys meistens ja: Der Becher plus ein zweiter nach Wahl des Werfers. Dafür darf der aufsetzende Ball vom Gegner weggeschlagen werden. In den Turnier-Regelwerken ist der Bounce Shot dagegen ein normaler Wurf ohne Bonus - er zählt genau einen Becher.